Woche 3: Digitaler Fußabdruck

Nach der Spurensuche in Woche 2 bleibt das Digital Summercamp am Management Center Innsbruck auch in der Woche 3 bei den Spuren. Nur sind wir dieses Mal nicht die Suchenden, sondern die Gesuchten.

Passiv vs. aktiv

Bei dem digitalen Fußabdruck handelt es sich um die Spuren, die wir aktiv durch Posten, Liken, Kommentieren oder passiv durch z.B. Cookies hinterlassen. Diese Spuren zeichnen eine digitale Identität von uns, die wir allerdings nur teilweise mitgestalten können. Google beispielsweise speichert in Verbindung mit dem eigenen Google-Konto das Suchverhalten und alle Aktivität online, die in Verbindung mit Google oder Ablegern stehen.

Spannend auch: Nach welchen Kriterien wird die Werbung personalisiert, die ich tagtäglich ausgespielt bekomme. Die Liste mit knapp 100 Items ist genauer auf mich kalibriert als ich erwartet hätte. Faszinierend, aber auch bedenklich. In diesem Ausmaß war mir der Google-Apparatus noch nicht bewusst. Wer einen Blick auf seine eigene Werbe-Persona werfen will, hier lang.

Privatgrund: Zutritt verboten

Bei Apps und sozialen Netzwerken gehe ich da schon wesentlich realistischer an den Fußabdruck. Wer welche Posts auf Instagram und Facebook sieht, ist genau definiert. Auf Twitter poste ich für die Öffentlichkeit. LinkedIn repräsentiert mein berufliches Netzwerk. Hier könnte ich durchaus noch aktiver sein, aber naja. Der Tag hat auch im Internet nur 24 Stunden. Die Domains meiner Profile sind also klar geregelt. Konten verknüpfen? Nein danke! Cross-Posting funktioniert sowohl privat, als auch kommerziell in den wenigsten Fällen gut. Also diese Funktion ist nicht nur in Bezug auf die Privatsphäre mit Vorsicht zu genießen, sondern auch in Bezug auf die professionelle und passende Gestaltung der Inhalte auf den jeweiligen Plattformen.

Privatsphäre in Zusammenhang mit dem digitalen Fußabdruck ist ein Thema, das zwar immer häufiger thematisiert wird. Die Komplexität der Einstellungen auf Plattformen, in Apps oder in Suchmaschinen lässt den Nutzer und die Nutzerin allerdings recht schnell den Überblick verlieren. Die kulturelle Kontext darf in dieser Diskussion nicht vergessen werden. Wie wird das Thema in China betrachtet, wo bald auf zwei Einwohner eine Überwachungskamera kommt? Etwas tiefere Lektüre zum Einlesen findet ihr hier.

Ein weiteres Problem hier stellt die Entwicklung des Internet of Things mit. Wenn Alexa im Wohnzimmer mithört und die Fitnessuhr nicht nur die Laufrunde, sondern auch den Gesundheitszustand mittrackt, wird unser Fußabdruck ganz schnell zu einer kompletten Identität. Wie transparent und offen wir diese Identität kommunizieren, können wir zwar teilweise kontrollieren. Oft opfern wir diese Privatsphäre allerdings auch für den Komfort einer schnellen, einfachen und umfassenden Vernetzung mit unseren Kontakten und den Informationen rund um den Globus.

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